philosophie

LEIT-SATZ

Vinosoph Christof.G.Pelz: "Einem einfacheren Wein muss man eine Frage stellen. Ein guter Wein gibt von sich aus bereits Antworten. Und ein besonderer Top-Wein erzählt bereits seine eigene komplette Geschichte".

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VOR-SATZ

Die wahre Qualität eines genossenen Weines wird am nächsten Morgen - manchmal auch schmerzhaft - klar. Die zahlreichen Möglichkeiten der Konzentrierung, Schönung, Optimierung, Harmonisierung und Reifung bedeuten nicht zwingend, das diese auch eingesetzt werden müssen.

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WEIN-SATZ

Sämtliche Inhalte sind in Bearbeitung und werden laufend ergänzt, adaptiert und optimiert. Um in der Fachsprache der Winzer zu sprechen, die Inhalte werden noch vergoren. Vielen Dank fürs vorbeischauen, und besuchen Sie uns bald wieder.

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EVENTS 2019

WienWein

WienWein-Winzer treiben die Region weiter voran. 

Mentoring-Programm für Wiener Wein


Sie haben sich vor Jahren in den Kopf gesetzt, alles zu tun, was den Wiener Wein nach vorne bringt – auch wenn sie dafür mitunter ungewöhnliche Wege gehen müssen. Und ungewöhnlich ist die Initiative tatsächlich, die von den sechs WienWein-Winzern ins Leben gerufen wurde: Ihr WienWein-Mentoring-Programm ist eine Mischung aus Nachbarschaftshilfe, Qualitäts-Kooperation und Know-how-Transfer, stets mit dem Ziel, die Produktion von Wiener Wein in höchster Qualität zu ermöglichen.
 
Zu diesem Zweck kooperieren die sechs WienWein-Winzer mit rund 30 Weinmachern in Wien, die insgesamt 70 Hektar Rebfläche bewirtschaften, das sind immerhin 10,9 % Prozent der gesamten Wiener Weingartenfläche (637 Hektar). Ohne die Unterstützung durch die WienWein-Winzer würde wahrscheinlich ein beträchtlicher Teil dieser Rebfläche brachliegen. Denn bei den 30 Kooperationspartnern handelt es sich durchwegs um eher kleine Betriebe, die oft im Nebenerwerb bewirtschaftet werden, die angesichts ungünstiger Strukturen kaum rentabel sind und manchmal überhaupt hart an der Grenze zur Liebhaberei betrieben werden.
 
Aber genau da sind die WienWein-Winzer zur Stelle, wenn einer der Mentoring-Betriebe Unterstützung braucht: zum Beispiel Know-how bei der schonenden Pflege der Weingärten, einen gut ausgestatteten Partner, der über leistungsfähige Maschinen und modernes Kellerequipment verfügt oder Beratung und gemeinsames Philosophieren, wenn es um das Zusammenstellen einer neuen Cuvée geht.
 
Warum die WienWein-Winzer das tun?

„Weil wir wollen, dass die Wiener Rebflächen nicht verrohen, sondern liebevoll bewirtschaftet werden. Weil wir finden, dass Wiener Wein durch seine Vielfalt und die Individualität der zahlreichen Produzenten lebt. Weil jede verkaufte Flasche Wiener Wein zum Image der gesamten Region beiträgt. Jedes Glas, das getrunken wird und gut geschmeckt hat, ist ein Gewinn für uns alle“, erläutert WienWein-Obmann Fritz Wieninger die Hintergründe und das Engagement der WienWein-Winzer.
 
Das WienWein-Mentoring-Programm

Der Wiener Wein hat eine beispiellose Erfolgsgeschichte hinter sich und ist heute auf den Weinkarten der Toprestaurants in aller Welt zu finden. Trotzdem leidet das Weinbaugebiet Wien unter einem Strukturproblem, das sich mit den Jahren immer weiter verschärft hat. Viele kleine Betriebe kämpfen mit den hohen Kosten und dem großen Aufwand, die nötig sind, um Wein von anspruchsvoller Qualität zu produzieren. Manchen von ihnen droht das Aus: Weil ein Generationenwechsel bevorsteht und die jungen Nachfolger nicht mehr weitermachen wollen. Weil Investitionen in die Ausstattung nötig wären, die durch die laufenden Erträge nicht erwirtschaftet werden können. Oder einfach nur, weil Betriebe im Nebenerwerb bewirtschaftet werden und die Winzer daher nicht die Zeit haben, sich neben ihrem Hauptberuf auch noch um die ständige Weiterentwicklung ihres Know-hows zu kümmern. Aber bei all diesen Herausforderungen stehen die WienWein-Winzer parat. Das WienWein-Mentoring-Programm setzt genau dort an, wo der Schuh drückt.
 
Win-Win-Situation

„Wir haben gesehen, dass wir mit zielgerichteter, individueller Unterstützung sehr viel bewegen können“, sagt Betriebsleiter Thomas Podsednik vom Weingut Wien Cobenzl. „Wir springen dort ein, wo eine Lücke entsteht“, ergänzt WienWein-Winzer Rainer Christ, „so entsteht eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, von der letztlich alle profitieren“. Im Grunde geht es um zwei Bereiche der Zusammenarbeit:
 
1. Know-how und Beratung

Wissen und praktisches Können erwirbt man im Weinbau nur sehr langsam, schließlich muss man immer eine Erntesaison abwarten, um zu erfahren, wie sich neue Maßnahmen ausgewirkt haben. Deshalb ist es unter Winzern üblich, Erfahrungen auszutauschen, vor allem, was die Arbeit im Weingarten angeht, aber auch die Lese, die Traubenselektion und die Vinifizierung. „Dabei lernen wir voneinander“, sagt Gerhard J. Lobner vom Weingut Mayer am Pfarrplatz, „denn jeder Winzer hat seine eigene Handschrift, jeder Weingarten ist ein bisschen anders. Von uns kommt die Erfahrung aus unserer langjährigen Arbeit, während die Mentoring-Partner oft quergebürstete neue Gedanken und Ansichten von Quereinsteigern einbringen.“
 
2. Hardware und Dienstleistung

Auch Betriebe, die naturnah arbeiten, brauchen Maschinen und technische Ausrüstung. Man kann sich leicht vorstellen, dass ein Betrieb, der 3000 Flaschen im Jahr produziert, mit seinen Erträgen keine aufwändige Kellertechnik anschaffen kann. Meist zahlt sich nicht einmal ein eigener Traktor aus, der alle zwölf Monate einmal zum Transport der Trauben gebraucht wird. Hier springen die WienWein-Winzer ein – von der Arbeit im Weingarten über die Lese bis zum Pressen, Vinifizieren und zur Flaschenfüllung. „Das ist ebenfalls ein Austausch auf Gegenseitigkeit“, betont Thomas Huber, „wir erfahren bei dieser Zusammenarbeit sehr viel über die Arbeit anderer Betriebe, lernen andere Zugangsweisen kennen, andere Philosophien des Weinmachens.“
 
Die WienWein-Winzer mit einigen ihrer Kooperationspartner:
 
Konstanter Austausch

Aus einer Liebhaberei wurde ein kleines, aber feines Weingut samt Heurigen: Seit vielen Jahren bewirtschaftet Rudi Burner seinen prachtvoll hoch über Sievering gelegenen zwei Hektar großen Weingarten. WienWein-Winzer Thomas Huber (Weingut Fuhrgassl-Huber) ist fast so etwas wie ein Nachbar, mit seiner Unterstützung kann Burner das Potenzial seiner Reben erst richtig ausschöpfen. Er produziert einen kernig dichten Wiener Gemischten Satz, einen heiter nach Pfirsich duftenden Riesling-Johanniter und einen spritzig-leichten Frizzante.

burner-wein.at
 
Musik & Wein

Im Hauptberuf ist Peter Uhler Musiker – er spielt Erste Violine im Radiosymphonieorchester RSO. Auch seine Philosophie beim Weinmachen ist gänzlich von musikalischen Vorstellungen geprägt. So findet er: „Eine Rebsorte allein im Weingarten ist eine Violine, ein Gemischter Satz aber ist ein ganzes Orchester“. Uhler bewirtschaftet kleine Parzellen (in Summe 2,5 Hektar) in durchwegs großen Lagen – Reisenberg, Langteufel oder die Mittlere Schoss am Nussberg, die er besonders liebevoll bearbeitet. Bei der Vinifizierung und Abfüllung nimmt Uhler die Erfahrung und die technische Ausstattung von WienWein-Winzer Rainer Christ gerne in Anspruch. Christ wiederum freut sich über die Schätze die dabei entstehen.
weinuhler.at/weingaertnerei
 
Traumberuf

Johannes Müller hat sein Jusstudium nur deshalb so schnell wie möglich abgeschlossen, damit er endlich den Weinbaubetrieb seiner Eltern übernehmen konnte. Seine Liebe gehört den Burgundersorten, mit seinem „Wiener Gemischten Satz“ und seinem Blauburgunder hat Müller sogar schon Medaillen errungen. Das sechs Hektar große Weingut mit Parzellen am Nussberg, Hungerberg, Reisenberg und Mitterberg sowie der Heurige laufen erfolgreich, doch Johannes Müller will mehr. Auf dem Sprung nach vorn unterstützt ihn WienWein-Winzer Gerhard J. Lobner Betriebsleiter von Mayer am Pfarrplatz mit großer Freude.

jmueller.at
Der Schneckenwinzer

Jeder kennt mittlerweile Andreas Gugumuck als den Vater der Wiener Schnecke. Dass er zusätzlich Wein produziert, wissen die wenigsten. Es gibt auch nicht viel davon, Gugumuck hat lediglich einen kleinen Weingarten am Nussberg von WienWein-Winzer Fritz Wieninger gepachtet – „tausendundeinen Quadratmeter“ mit „Wiener Gemischten Satz“ bestockt. Die Ausbeute von rund 600 Flaschen im Jahr reicht für eine feine Limited Edition, aber sicher nicht für die Anschaffung von professionellem Winzer-Equipment, weshalb Fritz Wieninger dem Schneckenproduzenten tatkräftig unter die Arme greift. Stilistik und Typizität des Weins bestimmt aber ausschließlich Andreas Gugumuck.

gugumuck.com
 
Quelle: wine&partners
Eintrag: 17.06.20
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Wien und der Wein – ein Blick zurück

Auf die alten Römer ist Verlass. Als die Soldaten des Imperiums im 1. Jahrhundert einen guten Platz für eine Grenzfestung an der Donau suchten, fiel ihre Wahl auf das keltische Dörfchen Vindobona. Denn hier gab es gepflegte Weingärten und Rebhänge, deren begünstigte Lage den Besatzern aus dem Süden sofort ins Auge stach. Der Weinbau im Bereich des heutigen Wien war schon zu dieser Zeit alles andere als neu: Archäologische Funde beweisen, dass am Nußberg, Kahlenberg und Bisamberg seit 
750 v. Chr. Wein angebaut wurde. Die Römer brachten allerdings ihre Kulturreben mit und weiteten den Weinbau systematisch aus.
 
Ab dem 12. Jahrhundert finden sich schriftliche Dokumente über Weingärten und ihre Eigentümer – ein Zeichen für die Bedeutung der Weinkultur, die während des ganzen Mittelalters in Blüte stand. Größere Rückschläge erlebte der Weinbau während der beiden Türkenbelagerungen 1529 und 1683. Das Land außerhalb der Stadtmauern wurde durch das osmanische Heer verwüstet und auch der Dreißigjährige Krieg hinterließ seine Spuren.
 
Schon seit den Zeiten Karls des Großen war es den Winzern erlaubt, drei Monate im Jahr ihren eigenen Wein auszuschenken. Die Grundlage für den klassischen Wiener Heurigen schuf jedoch erst Kaiser Josef II im Jahr 1784, als er nämlich die Erlaubnis erteilte, dass die Winzer zusätzlich andere Lebensmittel aus eigener Erzeugung verkaufen dürfen. So wurden die bäuerlichen Schänken zu vollwertigen Jausen-Stationen. Der Heurigenbesuch mit der ganzen Familie am Sonntagnachmittag gehörte im 19. Jahrhundert zur festen Tradition. Übrigens hat der Name „Heuriger“ nichts mit „heuer“ zu tun – er leitet sich vielmehr von „Hauer“ ab, der urwienerischen Kurzform für „Weinhauer“.
 
Eine Besonderheit des Wiener Weinbaus war der „G’mischte Satz“: Die Weine bestanden aus mehreren Traubensorten, die aber nicht nach der Vergärung zur Cuvée verschnitten wurden, sondern bereits im Weingarten als Sortenmix wuchsen. So konnten die feinen Unterschiede der Böden und des Kleinklimas in den Weingärten durch das jeweils optimale Traubenmaterial genutzt werden.
 
 

Der Wiener Wein erobert Wien

Das rasante urbane Wachstum Wiens drängte den Weinbau ab dem beginnenden 
20. Jahrhundert an den Stadtrand. Dort allerdings konnte er seinen Platz behaupten. 
Heute stehen 637 Hektar unter Reben, wobei sich der moderne Wiener Weinbau im Wesentlichen auf die Regionen Nußberg/Kahlenberg, Bisamberg und Maurerberg konzentriert.
 
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sah es eine Zeitlang so aus, als würde durch den überwältigenden Erfolg des Heurigen die Weinkultur unter die Räder kommen. Allzu sehr war das Bild vom Wiener Wein durch Betriebe, die vornehmlich „G’spritzten“ servierten, geprägt. Die Top-Qualität des Weines aus Wien ist vergleichsweise jungen Datums. Umso heftiger machen heute Spitzengewächse aus der Donaumetropole von sich reden.
 
Paradoxerweise zunächst im Ausland, denn die Wiener selbst identifizierten ihren Wein so sehr mit den gemütlichen Buschenschänken, dass selbst Spitzenweine aus der Hauptstadt lange Zeit kaum auf den Karten der Wiener Restaurants zu finden waren. „Wenn’s einen Wiener Wein trinken wollen, müssen’s zum Heurigen gehen“, war ein Rat, den viele Sommeliers ihren Gästen gaben.
 
Heute hat der Wein aus Wien seine eigene Stadt längst wieder erobert. Das Angebot hat sich ausdifferenziert: Der Heurige bleibt weiterhin ein originäres Aushängeschild der Stadt, daneben finden Weinliebhaber Gewächse, die mittlerweile zu den besten des Landes gehören und international gefragt sind wie nie. Weine, die geprägt sind von ihren Böden, die im Norden der Stadt völlig anders sind als im Süden und die von dem Kleinklima, hervorgerufen durch den großen Donaufluss, ganz besonders profitieren.
 
 
 

WIENWEIN – die Spitze formiert sich

Dass die Spitzenweine Wiens so erfolgreich sind wie noch nie, das ist natürlich kein Zufall. Vielmehr ist es die langjährige Arbeit einer Gruppe engagierter Winzer, die dafür sorgt, dass Wien heute mit großartigen Weinqualitäten auch international reüssiert.
 
Die Gruppe WienWein wurde im Jahr 2006 gegründet und verfolgt bis heute das Ziel, neue Qualitätsstandards für den Wiener Wein zu setzen, vor allem aber die Weinliebhaber in Wien und über Österreichs Grenzen hinaus davon zu überzeugen, dass Wein aus Wien von einzigartigem Charakter ist, eine Bereicherung für jede Weinkarte darstellt und seinen festen Platz am internationalen Firmament des Weines einfordert.
 
Was diese mittlerweile sechs Köpfe starke Winzergruppe verbindet, ist Enthusiasmus, bedingungslose Konzentration auf Qualität, viel Verständnis für die eigenen Wurzeln, verbunden mit dem Mut zum gelegentlichen Bruch von Traditionen. 
 
Die sechs Mitgliedsbetriebe der Gruppe stammen jeweils aus unterschiedlichen Zonen Wiens, gemeinsam repräsentieren sie somit die große Vielfalt des Wiener Weinbaus:
 
Weingut Rainer Christ aus Jedlersdorf, 
Weingut Cobenzl Wien aus Grinzing,
Weingut Michael Edlmoser aus Mauer, 
Weingut Fuhrgassl-Huber aus Neustift am Walde,
Weingut Mayer am Pfarrplatz aus Heiligenstadt,
Weingut Fritz Wieninger aus Stammersdorf.
 
 
 

Das Weinbaugebiet Wien und seine Besonderheiten

Schon die verwaltungstechnische Grenzziehung macht das Weinbaugebiet Wien zu einer Besonderheit: Es ist das einzige Anbaugebiet der Welt, das zur Gänze innerhalb der Grenzen einer Großstadt liegt.
 
Trotz seiner Kleinheit ist das Gebiet enorm differenziert. Die Donau schafft nicht nur ein besonderes Kleinklima, sondern trennt auch geologische Zonen. Dazu kommt der ebenfalls weit ins Stadtgebiet hineinreichende Wienerwald, der bewirkt, dass im Süden von Wien ein völlig anderes Klima herrscht als im Norden und Westen der Stadt.
In den nördlichen Ausläufern grenzt das Weinbaugebiet Wien an das Weinviertel. Seine südlichsten Lagen dagegen gehen in die pannonisch geprägte Zone der Thermenregion über. Entsprechend groß ist die Vielfalt an Sorten und Stilistiken, die hier vorgefunden werden.
 
Die drei bedeutendsten Regionen sind der Nußberg mit seinen Hängen zur Donau hin, der Bisamberg nördlich des Flusses und der Maurerberg im Süden der Stadt.
 
 
Nussberg
Der Nussberg ist eine Großlage (ca. 200 Hektar) mit zahlreichen, sehr unterschiedlichen Subrieden. Die Weingärten blicken nach Süden und Südosten zur Donau, sie „schauen aufs Wasser“, wie die Wiener sagen. Der Boden besteht hier überwiegend aus kalkreichem Muschelkalk, der Südhang wurde sogar als Rest eines Korallenriffs aus dem Tertiär identifiziert. Am Fuße des Leopoldsbergs finden sich dagegen eher lehmige Böden mit Schieferanteil. Die Donau verstärkt zum einen durch ihre Reflexion das Sonnenlicht, zum anderen mildert ihre Wasserfläche Temperaturschwankungen, was diesen Lagen vor allem im Spätherbst lange warme Tage beschert. Aus dem Westen weht zudem ständig ein leichter Wind, der bewirkt, dass die Trauben zumindest im oberen Bereich des Nußbergs von der Feuchtigkeit der Nacht rasch trocknen und somit kaum Botrytis auftritt. Das Zusammenspiel dieser Faktoren macht es möglich, dass die Trauben hier spät gelesen werden und gründlich ausreifen können. Die Weingärten des Nußbergs erstrecken sich über drei Bänder. Das unterste liegt auf ca. 175 Meter Seehöhe nahe der Donau, das mittlere auf ca. 340 Meter Höhe, das Plateau auf ca. 360 Meter Höhe. Am interessantesten für den Weinbau ist der mittlere Bereich, er ist wärmer als das Plateau, aber nicht so feucht wie die donaunahen Lagen.
 
Die besten Lagen heißen:
Ried Ulm ÖTW ERSTE LAGE
Ried Gollin ÖTW ERSTE LAGE
Ried Preussen ÖTW ERSTE LAGE
Ried Rosengartel ÖTW ERSTE LAGE
Ried Langteufel ÖTW ERSTE LAGE 
 
…die sich alle durch das mittlere Band ziehen. Dieses Gebiet ist für Riesling gut geeignet, der hier eine erstaunlich komplexe Mineralität erreichen kann, aber auch für Chardonnay und Weißburgunder. In tieferen Lagen gedeihen Traminer und Veltliner ganz wunderbar. Insgesamt zeichnen sich die Weine mehr durch Tiefe und Würzigkeit aus, als durch Primärfrucht.
 
Der „Nußberger“ war im 19. und frühen 20. Jahrhundert ein berühmter Wein, ein „G’mischter Satz“ zumeist aus Riesling, Neuburger, Weißburgunder und Traminer.
Neben dem Nußberg (samt Leopolds- und Kahlenberg) gibt es am linken Donauufer auch noch Weinberge in Grinzing, in Sievering, Dornbach und Neustift.
 
 
Bisamberg
Der Bisamberg ist geologisch gesehen die Verlängerung des Kahlenbergs, der irgendwann durch die Donau abgeschnitten wurde. Die Böden sind daher ebenfalls kalkhaltig, allerdings vermischt mit Löss und Lehm, speichern also das Wasser. In größerer Höhe enthält der Boden mehr Kies und entwässert dadurch besser.
Das Klima ist ebenfalls durch die Donau beeinflusst, vor allem die Südhänge genießen milde, gleichmäßige Wärme mit viel später Herbstsonne. Der Bisamberg ist bekannt für seine Trockenheit, es gibt insgesamt wenig Niederschlag und durch die ungeschützte Lage viel Wind. In dieser Weinbauoase gedeiht eine grandiose Vielfalt an Rebsorten: Grüne Veltliner auf den durch Schotter oder Sand gelockerten Lössböden, wuchtige Weißburgunder und Chardonnays auf dem Hochplateau und fruchtige Pinot Noirs. Die tiefgründigen Hanglagen haben sich als ideal für rote Sorten wie Zweigelt, Merlot und sogar Cabernet Sauvignon erwiesen. Stammersdorf, Strebersdorf und Jedlersdorf sind Orte am Fuße des Bisambergs, die zwar längst zu Wien gehören, sich aber bis heute ihren dörflichen Charakter bewahrt haben.
 
Die wichtigsten Lagen am Bisamberg:
Ried Falkenberg ÖTW ERSTE LAGE: Das Plateau am Bisamberg wird von Muschelkalkstein dominiert. Die Lage ist eher kühl und leicht windig, also gut für Burgundersorten, speziell für Weißweine geeignet.
 
Ried Wiesthalen ÖTW ERSTE LAGE: Zählt zu den ältesten Lagen Österreichs. Sie zieht sich wie ein Rückgrat den Bisamberg hinauf. Ein Waldsaum bildet einen schützenden Kranz rund um diese Rebbestände. Die Böden bestehen aus Ton mit sehr vielen Mineralien, unter anderem Magnesium und Eisen. Sie sind optimal für Burgundersorten geeignet, die nicht so viel Hitze brauchen. Hier entstehen sehr finessenreiche und elegante Weine.
 
Ried Jungenberg: Warme Böden mit hohem Anteil an verwittertem Sand- und Kalkstein lassen die Trauben früh reifen. Hier entstehen Weine, die gehaltvoll und dicht sind, wunderbar geeignet für Rieslinge und Rotweine, wie etwa Zweigelt.
 
Ried Gabrissen: Heiße Lage, Sand- und Kalksteinverwitterungsböden, perfekt für spätreife Sorten. Eine interessante Insel innerhalb des Gabrissen ist Bruch (ca. 3 Hektar): Diese Subriede besteht aus Urgesteinsschotter und hochkristallinem Gestein und liefert sehr mineralische Noten für Veltliner und Rieslinge sowie Rotweine.
 
 
Mauer
Mauer besitzt etwa 50 Hektar Weingärten und gliedert sich in zwei Großlagen, die völlig unterschiedliche Bodenstrukturen aufweisen. Die Weingärten in Mauer liegen direkt an den Ausläufern des Wiener Waldes. Das spezielle Mikroklima – kühle Nachttemperaturen durch den Wiener Wald - bringt Frucht und Säure in die Trauben. Eine besonders gute Wasserversorgung liefert beste Vorraussetzungen für feinfruchtige und auch kräftige Weine. Da der Süden Wiens von besonders vielen Sonnenstunden profitiert, finden je nach Großlage sowohl Weiß- als auch Rotweine optimale Vorraussetzungen.
 
Maurerberg (mit den Rieden Sätzen ÖTW ERSTE LAGE, Himmel ÖTW ERSTE LAGE sowie Reisberg)
Der Berg blickt nach Süden zur Thermenregion und stellt genau genommen deren erste Erhebung dar. Gumpoldskirchen ist bereits in Sichtweite. Sandiger Muschelkalk, vermischt mit Urgestein ergibt einen lockeren, warmen Boden. Das Klima ist bereits stark pannonisch beeinflusst - ein ideales Terroir für Rotweine. Weiße Burgundersorten werden hier mächtig und reif, kühlere Lagen bringen aber auch sehr interessante Rieslinge hervor.
 
Kadolzberg (mit den Rieden Kadolzberg, Leiten, Kroissberg)
Die nordöstliche, der Stadt Wien zugewandte Seite gehört geologisch zur „Wiener Platte“ und besteht aus Kalk, Bruchsedimenten und Lehm. Der Boden ist kühl, schwer und speichert Wasser. Hier gedeihen ausdrucksstarke Rotweine sowie Weißweine der Sorten Sauvignon Blanc, Muskateller, Weißburgunder und Chardonnay.
 
 
Neustift am Walde
Neustift am Walde ist ein herrschaftlicher Weinort in Wien. Er ist gespickt mit Heurigenlokalen und ein beliebtes Ausflugsziel. Die Neustifter selbst sind sehr stolz auf ihren Wein und auf ihre Heurigen. Die Toplagen in dieser Zone besitzen wunderbare Süd-Exposition, beste Böden und interessante Mikroklimata. Die Weinberge Neustifts weisen eine Struktur auf, sie bestehen mehr oder weniger aus einem einzigen riesigen Hang, der sich kaskadenartig vom Neuberg nach Neustift am Walde herunterzieht. Die Klassifikation und Qualifikation der Neustifter Weinberge erschließt sich einfach, da der Hang des Neuberges in drei homogene Zonene unterteilt ist: Gleich hinter den Häusern in der Rathstraße beginnt die Lage Hofstädten; die Gastgärten der Heurigen gehen hier in recht ebene und vom Sonnenschein verwöhnte Reblächen über, der Boden ist tief und sehr fruchtbar, sandige und schottrige Ablagerungen des Krottenbaches mischen sich hier mit den Verwitterungslehmen der Flyschzone, was ein perfekter Untergrund für den Weinbau bildet, der in den untersten Zonen allerdings von einem aus Verbauung resultierenden Feuchtigkeitsstau ein wenig beeinträchtigt ist. 
 
Die wichtigsten Lagen in Neustift am Walde:
Die Steillage Neubergen: Besonders karg und trocken ist der oberste Bereich der Neustifter Weinberge mit Namen Neubergen: Zur Steilheit dieses Hanges kommt die „Steinigkeit“ und Kargheit des Bodens. Die Bewirtschaftung der 13 ha großen Neubergen ist mühsam und aufwendig, die kollektorartige Neigung dieses Hanges, der höchst mineralische Boden und eine vorteilhafte Belüftung sorgen hier aber für enormes Potenzial. 
 
Mitterbergen: jener Hangbereich zwischen der Mitterwurzengasse und der Zierleitengasse ist das Kernstück der Neustifter Weingärten, sanft ansteigend und in perfekter Südposition bieten sich die hiesigen Weingärten der Sonnenbestrahlung dar, der Steinanteil ist hier schon wesentlich höher, Kalksteinbrocken durchzeihen die lehmige Oberfläche des Bodens. Mitterbergen reicht von Salmannsdorf bis zur Agnesgasse und zählt damit nicht nur zu den besten und homogensten Rieden Wiens, sondern mit 17 Hektar Gesamtfläche auch zu den größten. 
Reissern: Dass Trockenheit in dieser perfekt gelegenen Ried allerdings immer wieder ein Thema ist, sagt nicht zuletzt der Riedname Reissern – die dreieckige Verlängerung der Mitterbergen zur Agnesgasse.
 
Hofstädten: mineralischer Boden und perfekte Exposition geben den Weinen Ausdruck und Kraft. 
 
 
 

WienWein und der „Wiener Gemischte Satz“

Der Wiener Gemischte Satz hat lange Tradition im Wiener Weinbau. Die Reben verschiedenster Sorten wachsen bunt gemischt in einem Weingarten, die Trauben werden gemeinsam geerntet und verarbeitet. Anders als bei einer Cuvée, wo die Weine reinsortig vergoren und meist kurz vor der Füllung verschnitten werden, findet hier die Vermählung schon in der Natur statt. Damit ist der Wiener Gemischte Satz nicht nur ein idealtypischer Terroirwein, sondern auch Symbol und Spiegelbild der Wiener Kultur.
 
WienWein respektiert den „Wiener Gemischten Satz“ als größte und traditionsreichste Spezialität im Wiener Weinbau und engagiert sich seit Bestehen der Gruppe im Jahr 2006 konstant für das Auspflanzen von gemischten Weingärten in der Weinbauregion Wien. Bei qualitätsorientierter Weinbergsarbeit und sorgsamer Vinifizierung entstehen Weine, die sich nicht nur mit den besten reinsortigen Weinen messen können, sondern darüber hinaus auch die Herkunft in ihrer komplexesten Form widerspiegeln. 
 
Es ist letztlich dem hartnäckigen Einsatz der Gruppe WienWein zu verdanken, dass der Wiener Gemischte Satz eine Renaissance erleben konnte, wie sie niemand für möglich gehalten hätte. Das Aufblühen einer fast schon vergessenen Spezialität zu einem Kult-Getränk ist der konsequenten Arbeit an der Qualität ebenso zu verdanken wie dem nachdrücklichen Eintreten für eine entsprechende Verankerung im Weingesetz und dem Engagement für eine Imageverbesserung. Wobei natürlich die höchste Imagewirkung vom Wein selbst ausging – wer den Wiener Gemischten Satz der WienWein Winzer erst einmal probiert hatte, legte schnell jede vorherige Skepsis ab. 
 
Heute ist der Wiener Gemischte Satz wieder in aller Munde. Viele Wiener Weinbaubetriebe haben sich dem Trend angeschlossen und auch in ihren Weingärten die Tradition wiederbelebt. Der Wiener Gemischte Satz hat wieder einen festen Platz in den Heurigenschänken wie auch auf den Weinkarten der Szene- und Spitzengastronomie. Und das nicht nur in Wien: In den Toprestaurants von New York oder Tokyo erlebt der Wiener Gemischte Satz gerade einen wahren Hype, von den trendigen Weinbars in San Francisco ganz zu schweigen.
 
Und ein Ende des Booms ist nicht abzusehen. Mit der unüberwindlichen Mischung aus Wiener Charme und süffiger, spritziger Qualität erobert der Wiener Gemischte Satz die Weinwelt – eine beispiellose Erfolgsgeschichte, die sich die WienWein Gruppe auf ihre Fahnen heften darf. 
 
 
 

Wiener Gemischter Satz DAC

Das Drängen der WienWein Winzer hat das Regionale Weinkomitee Wiens veranlasst, den Wiener Gemischten Satz als Aushängeschild des Wiener Weinbaus besonders zu schützen. Das Komitee hat in der Folge den DAC-Status für den Wiener Gemischten Satzes beantragt – und prompt durchgesetzt. Ab dem Jahrgang 2013 trägt der Wiener Gemischte Satz das österreichische Gütesiegel einer kontrollierten Herkunftsbezeichnung, DAC.
 
Die neue Verordnung zum Wiener Gemischten Satz schreibt vor, dass zumindest drei weiße Qualitätsweinrebsorten gemeinsam in einem Wiener Weingarten angepflanzt sein müssen, welcher im Kataster des Wiener Rebflächenverzeichnisses als Wiener Gemischter Satz eingetragen ist. 
Der Anteil einer einzelnen Rebsorte darf nicht höher als 50% sein, der drittgrößte Anteil muss zumindest 10% umfassen. Der vorhandene Alkoholgehalt ist mit höchstens 12,5 % Vol. am Etikett anzugeben, der Wein darf keinen stark wahrnehmbaren Holzeinsatz vorweisen. Der Wiener Gemischte Satz muss trocken sein – aber nicht unbedingt am Gaumen trocken wirken. Extraktsüße ist erlaubt, wenn der gemessene Restzucker unter 9 Gramm/Liter liegt. Zusätzlich kann der Wiener Gemischte Satz DAC auch mit einer Lagenbezeichnung auf den Markt kommen. Der vorhandene Alkoholgehalt ist bei Lagenweinen mit mindestens 12,5 % Vol. am Etikett anzugeben. Der Wein darf nicht vor 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres verkauft werden.
 
Für die WienWein Winzer ist der Wiener Gemischte Satz DAC ein großer Erfolg. 
 
„Die Herkunftsbezeichnung bringt klare Regeln und eine extrem strenge Kontrolle. Das ist das beste Mittel, um eine hohe Qualität quer durch das gesamte Weinbaugebiet langfristig abzusichern. Außerdem schärfen die neuen Regelungen das Herkunftsprofil des Wiener Gemischten Satzes. Gleichzeitig spiegelt sich auch die Vielfalt der Region im Glas wider, denn Wiener Wein kann je nach seiner lokalen Herkunft sehr unterschiedlich sein,“ so die WienWein Winzer. 
 
 
 

WienWein pflanzt Weingarten im Schloss Schönbrunn

Der weitläufige Park von Schloß Schönbrunn zählt zu den berühmtesten Barockgärten Europas. Weniger bekannt ist, dass es ursprünglich hier auch einmal einen Weingarten gab. Liesenpfennig* hieß die Riede auf dem Areal der heutigen Orangerie, auf der bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts Weinbau betrieben wurde. 
 
Im Frühling 2009 realisierte WienWein gemeinsam mit der Betriebsgesellschaft von Schloß Schönbrunn und den für den Park zuständigen Bundesgärten ein spannendes Projekt:
Der historische Weingarten wurde wieder neu angelegt. Das Projekt ist ein Beitrag zur Pflege des Erbes von Schloss und Park Schönbrunn, zugleich aber eine neue Attraktion für die Millionen Gäste, die alljährlich die Anlage besuchen. 
 
Der „neue alte“ Weingarten umfasst eine Fläche von 1.000 Quadratmetern. Er liegt nahe am Meidlinger Tor, direkt vor dem neuen Tagungszentrum beim Zugang Grünbergstraße. Wie es sich für einen Weingarten in Altwiener Tradition gehört, wächst dort der klassische „Wiener Gemischte Satz“ heran – also Stöcke verschiedener heimischer Rebsorten, und zwar Grüner Veltliner, Riesling, Chardonnay, Neuburger, Zierfandler, Rotgipfler, Welschriesling, Grauburgunder und Traminer in bunter Mischung. 
 
WienWein Winzer Michael Edlmoser: „Ein Traum geht in Erfüllung. Mit unserem Weingarten in Schönbrunn können wir unendlich vielen Menschen das Kulturgut Wien und Wein näher bringen, die sonst vielleicht nicht so oft mit diesen Themen in Berührung kommen.“
 
*Was den Namen der Ried "Liesenpfennig" betrifft, sind im Buch „Von der Katterburg zu Schönbrunn“, Böhlau, 2004, von Elisabeth Hassmann folgende Hinweise angegeben. 
S. 154/ Anm. 309: Die Ried hieß lt. Grundbuch von 1428-58 "In der obern Rein zum closter", dann wechselte der Name zu "Ober Rein Liesen Pfennig negst dem thiergarten" lt. Grundbuch von 1637-1762. In den späteren Akten wird die Ried als "Liesenpfennig" bezeichnet (siehe z.B. Qu. 109 auf S. 543 f.).
 
Im Herbst 2012 wurde die erste Ernte im Rahmen eines Festes eingebracht. Die Paten, die schon bei der Auspflanzung geholfen hatten, waren auch bei der Ernte dabei und feierten den ganz besonderen Traubensegen – auch wenn er so spärlich ausfiel, dass der Wein gleich im ersten Jahr zur Legende wurde: Lediglich 530 Flaschen des imperialen Gewächses wurden abgefüllt. Die konnten sich aber sehen lassen. Im ersten Jahrgang, also dem „Wiener Gemischten Satz Liesenpfennig 2012“ verbanden sich Grüner Veltliner, Riesling, Welschriesling, Neuburger, Weissburgunder, Zierfandler und Rotgipfler zu klassischer Harmonie. Mit 13 % Vol.  Alkohol, 5,9 g Säure, einer vielschichten Aromatik und einer gleichzeitig fruchtbetonten und würzigen Gaumenstilistik war ein bilderbuchhafter Vertreter der Altwiener Weintradition entstanden.
 
Auktion für Wiener SOS Kinderdorf
Für die WienWein Winzer war klar, dass diese Mikro-Menge an Flaschen dieses besonderen Wiener Gemischten Satzes aus dem Weingarten der Kaiserin einem besonderen Zweck zugeführt werden muss. So entstand eine Online-Auktion, an der sich Weinliebhaber aus der ganzen Welt beteiligt haben. Bis dato konnten mehr als 52.000 Euro an das Wiener SOS Kinderdorf übergeben werden.
 
Die Kooperation mit dem Kinderdorf wird fortgesetzt. Der 2018er Jahrgang ruht bereits in den Fässern und wird im Herbst 2019 versteigert werden – genau dann, wenn der jetzt heranwachsende Jahrgang 2019 reif für die Lese ist.
 
 
 

WienWein und die ÖTW-Lagenklassifizierung 

„Wir sind Erste Lage“, hieß es schließlich im Jahr 2018, womit die WienWein Winzer ein neues Kapitel für den Wiener Weinbau aufgeschlagen haben. 
 
Alle sechs WienWein Mitglieder schlossen sich mit ihren besten und bedeutendsten Lagen dem Klassifizierungsprozess der Österreichischen Traditionsweingütern an. Nach einer langen Phase der genauen Analyse, Beobachtung und Bewertung konnten sich schließlich 12 Wiener Lagen durchsetzen, die seither die prestigeträchtige Bezeichnung „ÖTW ERSTE LAGE“ tragen dürfen. Eine große Ehre und ein wichtiger Schritt für den Wiener Wein, schließlich wissen die sechs WienWein-Winzer schon seit Jahren von dem Potenzial, dass in ihren Weinbergen schlummert. 
 
„Niemand in Österreich hat mehr Erfahrung in der Klassifizierung von Weinberglagen als die ÖTW“, begründet Fritz Wieninger diesen Schritt, der neben Gerhard Markowitsch (ÖTW Carnununtum) und Michael Moosbrugger (ÖTW Donau) auch zum ÖTW-Obmann-Gespann gehört. 
 
Seit 1992 gibt es den Verein der Österreichischen Traditionsweingüter, die es sich zur Aufgabe gemacht haben den Prozess und die Systematik der Klassifizierung von Weinberglagen zu erarbeiten. Das Ziel ist, die Bedeutung und das Potenzial von herausragenden Lagen den Konsumenten besser verständlich zu machen. 
Dazu haben sie einen Kriterienkatalog mit Klassifikationsgrundlagen und Bewertungskriterien ausgearbeitet, der die Hochwertigkeit und Qualität dieser außergewöhnlichen Weine hervorhebt. Langfristig gesehen, soll die Klassifikation im Weingesetz verankert werden. 
 
Derzeit werden in Wien ausschließlich Lagen klassifiziert, in denen die Sorten Wiener Gemischter Satz, Grüner Veltliner, Riesling und Weißburgunder wachsen. 
Der Verein der ÖTW umfasste bis dato 36 Weingüter im Donauraum: das Traisental, Kamptal, Kremstal, Wagram). Seit dem Frühling 2018, mit den neuen Gebieten Carnuntum und Wien ist die Zahl auf 62 Mitgliedbetriebe angestiegen. 
Insgesamt sind derzeit 72 Rieden (60 Donau, 12 Wien) als ÖTW ERTSE LAGE klassifiziert. 
22 Weine aus 12 ÖTW ERSTE LAGEN in Wien 
Die WienWein-Winzer haben bereits vor dem Beitritt jahrelang ihre Lagen im Hinblick auf eine Klassifizierung evaluiert. Bei diesem Prozess wurden 12 Rieden identifiziert, die die strengen Kriterien der ÖTW erfüllen. 
Dabei wird beispielsweise die Hanglage sowie Tradition und Geschichte der Lage bewertet, der Wein muss hohe Qualitätsstandards und Marktpräsenz über mindestens 5 Jahre aufweisen und die Rebstöcke sollten ein Alter von 12 Jahren haben. Mit der Lagenklassifizierung wurden Weine ausgezeichnet, die ganz besonders finessenreich, charakterstrak und langlebig sind. 
Vom Bisamberg zum Nussberg über Grinzing bis zum Maurerberg erstrecken sich die exzellenten Wiener ÖTW ERSTE LAGEN. Sie sind die Filet-Stücke des gesamten Weinbaugebietes und machen gerade einmal 18,4 Hektar aus. Das sind 2,9 Prozent der gesamten Wiener Rebfläche von 637 Hektar. 
 
Von den 145 Lagen wurden in Wien im Jahr 2018 exakt 12 Lagen als „ÖTW ERSTE LAGEN“ klassifiziert:
Ried Falkenberg, Bisamberg 
Ried Wiesthalen, Bisamberg 
Ried Ulm, Nussberg 
Ried Gollin, Nussberg 
Ried Rosengartel, Nussberg 
Ried Preussen, Nussberg 
Ried Langteufel, Nussberg 
Ried Steinberg, Grinzing 
Ried Seidenhaus, Grinzing 
Ried Schenkenberg, Grinzing 
Ried Sätzen, Maurerberg 
Ried Himmel, Maurerberg  
 
Ried Falkenberg, Bisamberg 
Größe: 12,5 ha
ÖTW Wien: 0,5 ha
Seehöhe: 228 – 270 m 
Neigung: 8 Grad
Ausrichtung: OSO
Sorten: 100 % Weissburgunder 
Geologie: Der Untergrund besteht aus Wiener Sandstein mit Meeresablagerungen an der Oberfläche, die durch Erosion zu Sanden verwittert sind. Löss spielt an diesem höher gelegenen Osthang eine untergeordnete Rolle. 
 
Ried Wiesthalen, Bisamberg 
Größe: 25 ha
ÖTW Wien: 1,1 ha
Seehöhe: 223 - 305 m 
Neigung: 8 Grad
Ausrichtung: S
Sorten: 100 % Wiener Gemischter Satz 
Geologie: Wiener Sandstein als Mutterboden herrscht hier mit geschichteter Auflage von Löss vor. Der Löss wurde aus vegetationslosen Flussniederungen der Donau ausgeweht und abgelagert. Die Riede weist einen hohen Kalkgehalt auf.
 
Ried Ulm, Nussberg 
Größe: 3,6 ha
ÖTW Wien: 3,6 ha
Seehöhe: 204 - 250 m 
Neigung: 10 -12 Grad
Ausrichtung: SSO
Sorten: 100 % Wiener Gemischter Satz 
Geologie: Die Riede befindet sich auf einer marinen Strandterrasse mit Wiener Sandstein im Untergrund. Oberflächlich finden sich extrem viele marine Ablagerungen, die nach Rückzug des Meeres nicht erodiert sind. Diese Lage verfügt über einen sehr hohen Kalkgehalt.  
 
Ried Gollin, Nussberg 
Größe: 5 ha
ÖTW Wien: 1,5 ha
Seehöhe: 220 - 275 m 
Neigung: 12 Grad
Ausrichtung: SSO
Sorten: 70 % Grüner Veltliner, 30 % Weissburgunder
Geologie: Gelegen auf einer marinen Strandterrasse mit Wiener Sandstein als Untergrund verfügt die Ried Gollin über Meeresablagerungen an der Oberfläche, die durch Erosion zu Kalksanden verwittert sind. Der Kalkgehalt ist insgesamt sehr hoch. Interessant ist, dass trotz der räumlichen Nähe zur Ried Ulm deutlich weniger Meeresablagerungen vorliegen.
 
Ried Rosengartel, Nussberg 
Größe: 1,6 ha
ÖTW Wien: 0,8 ha
Seehöhe: 232 - 262 m 
Neigung: 12 Grad
Ausrichtung: SSO
Sorten: 51 % Riesling, 49 % Wiener Gemischter Satz DAC
Geologie: Der kalkhaltige Sandstein mit Muttergestein erstreckt sich bis knapp an die Oberfläche. Er enthält große Mengen an verwitterten Kalksanden, die durch die Erosion von Meeresablagerungen entstanden sind. Neben einem großen Kalkanteil zeichnet sich der Boden auch durch einen hohen Quarzgehalt aus.
 
Ried Preussen, Nussberg 
Größe: 12,2 ha
ÖTW Wien: 5,8 ha
Seehöhe: 210 - 325 m 
Neigung: 12 Grad
Ausrichtung: S
Sorten: 60 % Riesling, 37 % Wiener Gemischter Satz DAC, 3 % Grüner Veltliner
Geologie: Der kalkhaltige Sandstein mit Muttergestein reicht bis knapp an die Oberfläche und er ist wenig mit marinen Sedimenten durchsetzt. Prägend wirken die hohen Quarzanteile des Sandsteines bei geringerem Kalkgehalt. 
 
Ried Langteufel, Nussberg 
Größe: 8,8 ha
ÖTW Wien: 2,3 ha
Seehöhe: 288 - 338 m 
Neigung: 10 Grad
Ausrichtung: SSW
Sorten: 100 % Wiener Gemischter Satz DAC
Geologie: Der untere Teil besteht wie die Riede Preussen aus kalkhaltigem Sandstein mit einem hohen Quarzanteil. Der obere Bereich zeichnet sich hingegen durch einen deutlich größeren Anteil an Meeresablagerungen und dadurch einem höheren Kalkgehalt aus. 
 
Ried Steinberg, Grinzing 
Größe: 5,5 ha
ÖTW Wien: 1,2 ha
Seehöhe: 305 - 330 m 
Neigung: 5 - 10 Grad
Ausrichtung: SO - SW
Sorten: 58 % Wiener Gemischter Satz DAC, 42 % Riesling
Geologie: Den Untergrund bildet die Wiener Sandsteinzone mit geringem Kalkanteil. Oberflächlich ist sie stark durch Meeresbewegungen geformt. Die zahlreichen Meeresablagerungen veränderten den Boden geologisch und verursachen einen hohen Kalkgehalt. 
 
Ried Seidenhaus, Grinzing 
Größe: 1,1 ha
ÖTW Wien: 0,8 ha
Seehöhe: 360 - 375 m 
Neigung: 8 Grad
Ausrichtung: S
Sorten: 100 % Weissburgunder
Geologie: Die Riede ist Teil der alpinen Flyschzone, in der dunkle und quarzitische Sandsteine von Mergel und Schiefertonen begleitet werden. Ursprünglich war es ein Tiefseesediment, das durch Auffaltung ein Teil der Alpen wurde. Der Boden verfügt über keine marinen Sedimentationen, daher weist er wenig Kalk auf. 
 
Ried Schenkenberg, Grinzing 
Größe: 5,1 ha
ÖTW Wien: 1,1 ha
Seehöhe: 268 - 298 m 
Neigung: 5 Grad
Ausrichtung: SSW
Sorten: 100 % Weissburgunder
Geologie: Hier herrscht die Wiener Sandsteinzone mit kalkhaltigen Quarzsandsteinen und einem geringen Grad an marinen Ablagerungen vor. Die Böden sind deutlich alkalischer als die höheren Lagen.
 
Ried Sätzen, Maurerberg 
Größe: 10,7 ha
ÖTW Wien: 2,5 ha
Seehöhe: 250 - 300 m 
Neigung: 15 Grad
Ausrichtung: S
Sorten: 57 % Wiener Gemischter Satz DAC, 43 % Riesling
Geologie: In dieser Region stößt eine Zunge der Kalkalpen ins Wiener Stadtgebiet. Daher ist die Lage durch die Kalkalpen sowie den Dolomit geprägt und extrem kalkreich. Hier finden sich intensive Einlagerungen von Mergel und an der Oberfläche der marinen Strandterrassen Meeresablagerungen. 
 
Ried Himmel, Maurerberg  
Größe: 2,3 ha
ÖTW Wien: 1,9 ha
Seehöhe: 300 - 330 m 
Neigung: 10 Grad
Ausrichtung: SSO
Sorten: 58 % Wiener Gemischter Satz DAC, 42 % Weissburgunder
Geologie: Im Badenium (vor rund 16 bis 13,3 Millionen Jahren) hat sich der Untergrund der Weingärten aus den Kalkalpen gebildet. Die Böden bestehen vorwiegend aus Dolomit mit überaus hohen Kalkgehalten. Überlagert werden die Kalkalpen von Sedimenten flachmariner Ablagerungen – dem Muschelkalk. Im Dolomit befinden sich vor allem am Unterhang Einlagerungen von Mergel. 
 
 

Die sechs Weingüter im Porträt

Weingut Christ, Jedlersdorf
Rund 400-jährige Familientradition, naturverbundene Weinbauphilosophie und innovativer „Esprit“ sind die Eckpfeiler, nach denen im WEINGUT CHRIST der Weinbau betrieben wird. Mit viel Enthusiasmus und Passion bearbeitet der engagierte Winzer Rainer Christ hauptsächlich Lagen am Bisamberg und auch am Nußberg.
 
Das Zusammenspiel von Tradition und Innovation ist eines der Leitmotive des aufstrebenden Betriebes. Das Weingut hütet ein Erbe an erstklassigen Lagen mit zum Teil sehr alten Rebstöcken. Die Lagen befinden sich ausschließlich am Wiener Bisamberg. Im Jahr 2005 wurde der Betrieb in Jedlersdorf um- und ausgebaut, Teile des alten Gebäudes schonend renoviert und mit einem Mix aus Naturstein, Holz und Beton eine aufregend stilvolle und moderne Architektur geschaffen.
 
Die Christs lieben Weine mit Struktur und Finesse, die die Besonderheiten der Wiener Böden widerspiegeln. Christ-Weine sind vielschichtig und komplex. Diese Attribute ziehen immer mehr Weinkenner an. Der Grüne Veltliner ist einer ihrer Vorzeigeweine. Daneben widmet Rainer Christ den weißen Burgundersorten und dem Rotwein besondere Aufmerksamkeit.
 
Gesamte Fläche: 20 ha, Export: 25 %
Kontakt: Weingut Rainer Christ 
Amtsstraße 10 – 14, 1210 Jedlersdorf
T: +43 1 292 51 52, info@weingut-christ.at
www.weingut-christ.at, www.facebook.com/WeingutChrist/ 
 
 
Weingut Wien Cobenzl, Grinzing
Das Weingut Wien Cobenzl hat eine bewegte und traditionsreiche Geschichte. Bereits im 13. Jahrhundert wurde am heutigen Cobenzl Wein gekeltert. 1774 ging der Besitz an den namensgebenden Johann Philipp Graf Cobenzl über. Nach Graf Cobenzl wechselten das Schloss und seine dazugehörigen Anlagen des Öfteren den Besitzer, bis die Stadt Wien 1907 den Grund am Cobenzl erwarb. Im Laufe der Jahre wurde der Betrieb auf Weinbau umgestellt.
1988 wurde Thomas Podsednik engagiert, um den Weinbaubetrieb aufzubauen und intensiv an der Qualitätssteigerung zu arbeiten. Durch langfristige, nachhaltige Planung und stetem Fokus auf die Qualität ist es Thomas Podsednik und seinem Team gelungen, das Weingut Cobenzl als einen der Spitzenbetriebe des Wiener Weinbaus zu etablieren. 
Das Weingut Wien Cobenzl bewirtschaftet rund 60 Hektar Weingärten in Grinzing, am Nussberg und am Bisamberg. Das einzigartige Mikroklima und die Nähe zur Donau sind die ideale Voraussetzung für feinfruchtige, mineralische Weine. Am Bisamberg, gedeihen - dank warmer, trockener Südlage und leichten sandigen Böden - besonders feine Burgundersorten. 

Weingut mit Weitblick
Der Cobenzl ist eines der schönsten Ausflugsziele Wiens. Mitten im Wienerwald, hoch über der Donau gelegen, mit einzigartigem Blick auf die Stadt. Das Angebot am Weingut reicht von Weinverkostungen und -verkauf, Führungen bis hin zu standesamtlichen Traumhochzeiten. Der herrliche Weitblick ist übrigens nicht nur wörtlich zu nehmen, sondern ist Teil der Philosophie. Das reicht von der nachhaltigen Traubenproduktion, Stromerzeugung aus Sonnenenergie bis hin zu eigenen Bienenvölkern. So erhielt das Weingut Wien Cobenzl als einer der ersten heimischen Betriebe die renommierte Auszeichnung „Nachhaltig Austria“.
 
Gesamte Fläche: 60 ha, Export: 10 %Kontaktadresse:
Kontakt: Weingut Wien Cobenzl, Am Cobenzl 96, 1190 Wien 
T: + 43 1 320 58 05, office@weingutcobenzl.at 
www.weingutcobenzl.at, www.facebook.com/weingutcobenzl
 
 
Weingut Edlmoser, Mauer
Die Aufzeichnungen des Familienweingutes Edlmoser gehen bis zum Jahr 1374 zurück.  Das Denken und Handeln des Weingutes wird seit Generationen von kompromisslosem Qualitätsanspruch geprägt. An den südlichen Ausläufern des Wiener Waldes, in Mauer, herrschen perfekte Voraussetzungen für die Trauben. Pannonisches Klima mit gut verteilten Niederschlägen, vielen Sonnenstunden, frischer kühler Luft aus dem Wald und unterschiedlichste Böden bringen vielschichte, tiefgründige Weine mit faszinierenderer Würzigkeit hervor. Die Weingärten in Wien werden seit 2018 nach biologischen Richtlinien bearbeitet. 
 
„Es ist immer der Moment, der einen Wein erst wirklich perfekt macht.“
 
Gesamte Fläche: 15 ha + 50 ha , Export: 50 %
Kontakt: Weingut Michael Edlmoser, Maurer Lange Gasse 123, 1230 Wien
T + F: + 43 1 889 86 80, office@edlmoser.at
www.edlmoser.at
 
 
Weingut Fuhrgassl-Huber, Neustift am Walde
Vor 41 Jahren gründeten die beiden leidenschaftlichen Wirtsleute Ernst und Gerti Huber die Buschenschenke und das Weingut Fuhrgassl-Huber in Neustift am Walde. Sie erbauten auch das heute so charakteristische, architektonisch sehr reizvolle Haus, das vom renommierten Wiener Professor Walter von Hoesslin, einem Bühnenbildner und guten Freund von Ernst Huber, geplant wurde. Die Weingärten befinden sich direkt hinter dem Haus.
 
Im Laufe der Jahre errang die Buschenschank mit ihrem weitläufigen Garten so etwas wie einen Promistatus – für unzählige Jahre war das Haus „Hotspot“ der Wiener Szene, wo auch schon gelegentlich festgefahrene Regierungsverhandlungen wieder flottgemacht oder Staatsgäste bewirtet wurden. Unter den Heurigenbetrieben der Stadt hat der Fuhrgassl-Huber, der von Theresa, der Enkelin der Gründer betrieben wird, bis heute eine ganz besondere Stellung. Obwohl Ernst Huber von Beginn an auf die Qualität der Weine sehr hohen Wert gelegt hat, wurden selbst die besten Lagenweine nie in Flaschen gefüllt, sondern als Schankwein im Heurigen ausgeschenkt. Der Betrieb war eben vor allem auf Gastronomie und Heurigenflair ausgerichtet.
 
Das hat sich vor einigen Jahren geändert. Seit der Übernahme des Weingutes durch den Enkel Thomas Huber im Jahr 2012 hat die Weinproduktion enorm an Bedeutung gewonnen. Thomas Huber, Absolvent der Weinbauschule in Krems, weiß mit seinen 22 Jahren sehr genau, was er will. Er ist ein echter Neustifter, dem das Dorf im Blut liegt. Diese Verbundenheit mit der Herkunft wirkt sich auch auf seine Philosophie beim Weinmachen aus. Thomas spürt, dass er nach Neustift gehört und dass er hier seine Vision verwirklichen will, die schlicht lautet: Die Weine des Familienbetriebs sollen an die Spitze des Wiener Weins herangeführt werden. Das Potenzial dafür ist auf jeden Fall da – der Rest sind Arbeit, Einsatz und Geduld. In den letzten Jahren wurde der Keller auf den neuesten Stand gebracht und die Arbeit im Weingarten Schritt für Schritt dem gesteigerten Qualitätsbewusstsein angepasst. Thomas Huber verbindet fanatisches Qualitätsstreben mit lockerem Auftreten, sein Herangehen wirkt unkompliziert, fast spielerisch, ist aber im Kern sehr fokussiert.
„Mir ist wichtig, dass der Wein in jedem Glas schmeckt’’, so sein Credo. Die Weine reichen vom klassisch leichten Wein bis hin zu tiefgründigen Lagenweinen, die von den besten Weingärten Wiens stammen. Mit dem Großvater Ernst Huber hat der junge Winzer einen Berater zur Seite, der jeden Zentimeter der Wiener Weinberge kennt und viele der Rebstöcke mit eigenen Händen vor über 30 Jahren ausgepflanzt hat. Mit Großvaters Tradition und seinem eigenen Gespür und Elan wird Thomas Huber noch viel von sich hören lassen. Die Weinberge des Weingutes Fuhrgassl-Huber befinden sich zu 80 Prozent in Neustift am Walde und zu 20 Prozent am Nussberg – beides Toplagen in Wien.
 
Gesamte Fläche: 32 ha
Kontakt: Weingut Fuhrgassl-Huber, Neustift am Walde 68, 1190 Wien
Tel.: +43 1 440 14 05, weingut@fuhrgassl-huber.at
www.fuhrgassl-huber.at, www.facebook.com/weingut.fuhrgasslhuber 
 
 
Weingut Mayer am Pfarrplatz, Heiligenstadt
Bis in das Jahr 1683 kann man das Anwesen und die Familie Mayer in Wien Heiligenstadt
zurückverfolgen. 2007 ging das Weingut von Franz Mayer, dem Urgestein des Wiener Weinbaus, in den Besitz von Hans Schmid über. Im November 2007 holte Schmid Gerhard. J. Lobner, Sohn einer Winzerfamilie im südlichen Weinviertel in das Unternehmen. Lobner kennt die Wiener Weingärten wie seine Westentasche und hat ein junges sowie starkes Team hinter sich, mit dem er gemeinsam das Weingut innerhalb weniger Jahre an die österreichische Spitze führte. Damit wurde die Vorstellung eines traditionellen Betriebs, der modern handwerklich perfekt und nachhaltig arbeitet realisiert. Diese Dynamik ist auch in den Weinen zu spüren.
 
Die Weine von Mayer am Pfarrplatz streben eine typisch österreichische, sogar typisch Wienerische Stilistik an: Österreichische Rebsorten stehen im Mittelpunkt. Die Weine sind brillant im Ausdruck, frisch, fruchtig, mit klarem Bukett, zeigen animierende Säure, präzise Aromatik und präsentieren sich trinkfreudig.
 
Gesamte Fläche: 70 ha, Export: 30 %
Kontakt: Weingut Mayer am Pfarrplatz, Am Pfarrplatz 2, 1190 Wien
T: +43/1 33 60 197 20, mayer@pfarrplatz.at
www.pfarrplatz.at, www.facebook.com/WeingutMayeramPfarrplatz/
 
 
Weingut Wieninger, Stammersdorf
Der international bekannte Winzer Fritz Wieninger kann als Pionier des Neuen Wiener Weinbaus bezeichnet werden. Es ist zu einem großen Teil ihm zu verdanken, dass Wiener Wein heute so begehrt ist und ein so hohes Image genießt. 
Der Winzer übernahm in den 1980er Jahren das rund 100 Jahre alte, am Fuß des Bisambergs gelegene Weingut seiner Eltern. Vom Start weg begann er sich auf Flaschenwein zu konzentrieren. Er experimentierte mit neuen Sorten, führte Neuerungen wie temperaturkontrollierte Gärung einerseits, aber auch Barriqueausbau andererseits ein und krempelte so das Bild von der Wiener Gemütlichkeit gründlich um. Als Winzer „von drüben“, aus dem transdanubischen Stammersdorf, drang Wieninger ins Herz des Altwiener Weinbaus ein und bewirtschaftet sowohl Rieden am Bisamberg als auch am Nußberg. Seit 2008 bewirtschaftet Fritz Wieninger seine Weingärten nach bio-dynamischen Richtlinien nach Rudolf Steiner. „Ich versuche, die Vielfalt meines Traubenmaterials zu nutzen.“, lautet Wieningers Credo; „Unterschiede im Terroir und im Jahrgang, die Charakteristik des Weingartens in die Flasche zu bringen, darin sehe ich meine größte Herausforderung.“
 
Gesamte Fläche: 75 ha, Export: 35 %
Kontakt: Weingut Fritz Wieninger, A-1210 Wien, Stammersdorfer Straße 31 
T: + 43 1 290 10 12, weingut@wieninger.at
www.wieninger.at, www.facebook.com/wieninger/
 
Kontakt WienWein: Stammersdorferstraße 31, 1210 Wien
welcome@wienwein.net, www.wienwein.at, www.facebook.com/wienwein
 
Quelle des Pressedossiers: Wine&Partners, u.watzlawick@wine-partners.at
Eintrag: 17.07.20
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LAGENKLASSIFIZIERUNG FÜR WIENER WEIN:
DIE ERSTEN ERGEBNISSE
WienWein stellt "Erste Lagen" vor
 
Die WienWein Winzer sind Rainer Christ, Michael Edlmoser,  Thomas Huber, Gerhard J. Lobner, Thomas Podsednik und Fritz Wieninger.
    
Jahrelang haben die Winzer der Gruppe WienWein ihre Weine verkostet, die Entwicklung ihrer Weine beobachtet und analysiert. Jetzt steht fest: 12 Lagen in Wien sind durch ihr „Terroir“, also die Bodenbeschaffenheit und das Mikroklima so begünstigt, dass sie das Prädikat „Erste Lage“ verdienen. Ab dem Weinjahrgang 2017 werden die Weine aus diesen Rieden auf den Flaschen als „Erste Lage“ gekennzeichnet werden.
WienWein hat damit das nächste Kapitel im Wiener Weinbau aufgeschlagen und eine Entwicklung in Gang gesetzt, die den Erfolg und den Stellenwert des Wiener Weins in der Welt langfristig sichern wird.
 
Die Lagenklassifizierung sichert die Zukunft des Wiener Weins
Seit längerem verfolgen die Winzer von WienWein das Ziel, für das Weinbaugebiet Wien eine Lagenklassifizierung nach internationalem Standard zu etablieren.
„Die Herkunft ist das entscheidende Qualitätskriterium eines Weins“, beschreibt Fritz Wieninger (Weingut Wieninger) die Philosophie, „die Lage entscheidet über Charakter, Reifepotenzial und alle aromatischen Besonderheiten.“ Winzerkollege Thomas Huber (Weingut Fuhrgassl-Huber) ergänzt: „Die Weinliebhaber suchen immer stärker authentische Weine mit klarer Herkunft.“ Und Gerhard J. Lobner (Weingut Mayer am Pfarrplatz) betont: „Deshalb ist das Projekt der Lagenklassifizierung in erster Linie eines, das die Zukunft des Wiener Weins in einem dynamischen weltweiten Markt sichern soll. Wir wollen den Wiener Weinbau langfristig auf stabile Beine stellen, um international konkurrenzfähig zu bleiben.“
 
Erstklassige Lagen in Wien
Wien verfügt über einzigartige Lagen, das ist den Winzern seit langem bekannt.
In einem ersten Schritt wurden zunächst ausschließlich die Lagen der WienWein Mitglieder klassifiziert. „Es steht aber jedem Wiener Weinbaubetrieb offen, sich dem Projekt anzuschließen“, lädt Thomas Podsednik (Weingut Cobenzl) weitere Weingüter ein. Die Anforderungen sind streng: Die ausgewählten Lagen müssen nicht nur geologisch und klimatisch erstklassige Voraussetzungen liefern, sondern auch über mindestens drei Jahre hinweg beweisen, dass die dort gewachsenen Trauben ganz außerordentliche Weinqualitäten aufweisen. Klassifiziert wurden bisher nur Lagen, auf denen Wiener Gemischter Satz, Grüner Veltliner, Riesling und Weißburgunder wachsen. Lagen mit roten Sorten wurden bis dato noch nicht klassifiziert.
 
Wien und seine Weinlagen
Wien verfügt über ein exaktes Rebflächenverzeichnis. Jeder Weingarten wird mit einer Grundstücksnummer hinterlegt, die Grenzen sind genau definiert. Damit hat Wien ideale Voraussetzungen für eine Lagenklassifizierung, die in anderen Regionen erst noch geschaffen werden müssen. Allerdings ist auch die Vielfalt entsprechend groß: Es gibt aktuell 145 abgegrenzte Rieden in 8 Bezirken. Der Großteil davon liegt im 19. Bezirk (86 Rieden), im 21. Bezirk (33 Rieden) und im 23. Bezirk (11 Rieden). Von den 145 Lagen insgesamt wurden nun 12 Lagen als „Erste Lagen“ klassifiziert.
 
Die „Ersten Lagen“ für Wiener Wein:
Am Nussberg: Preussen, Rosengartl, Langteufel, Ulm und Gollin
In Grinzing: Seidenhaus, Schenkenberg, Steinberg
Am Bisamberg: Wiesthalen, Falkenberg
Am Maurerberg: Sätzen, Himmel
 
637 Hektar bepflanzte Rebfläche gibt es derzeit in Wien. Die Gruppe WienWein bewirtschaftet derzeit eine „Erste Lagen“ Fläche von rund 18,4 Hektar, das sind 2,9 Prozent.
Die Klassifizierung soll helfen, bei den Konsumenten das Bewusstsein für die Wiener Weinlagen neu zu wecken. „Bis um die Mitte des vorigen Jahrhunderts war es ganz normal, Wein nach seiner Herkunft zu benennen“, sagt Winzer Rainer Christ (Weingut Christ), „die Menschen tranken ‚einen Nussberger’ oder ‚einen Neustifter’, oder verlangten ‚einen Bisamberger’. Erst später wurde es üblich, nach Sorten oder nach Winzern zu bestellen. Insofern ist die Betonung der Herkunft eine Rückkehr zu einer bewährten Tradition.“ Durch die Lagenklassifikation sollen die alten Rieden-Namen und ihre Charakteristika wieder mehr Bekanntheit erlangen.
 
Pyramide der Herkunft für Wiener Weine
Nach der Vision der WienWein Winzer sieht das Langzeitprojekt der Lagenklassifizierung fünf Stufen der immer engeren Herkunftsbezeichnung vor:
Gebietswein, Ortswein, Riedenwein, Erste Lage und Große Lage. Bisher wurden noch keine „Großen Lagen“ definiert. „Große Lagen zu klassifizieren, das bleibt ein Ziel für die Zukunft“, betont Michael Edlmoser (Weingut Edlmoser), „sie werden sich aus den ‚Ersten Lagen’ entwickeln, wenn wir in einigen Jahren feststellen, dass Weine unter ihnen noch einmal deutlich herausragen.“
 
Die „Ersten Lagen“ der WienWein Winzer sind also nur der Anfang eines langen spannenden Prozesses. Ab September 2018 werden Wiener Weine mit der Bezeichnung „Erste Lage“ erstmals im Handel erhältlich sein.
 
Über WienWein:
Innerhalb der Stadtgrenzen werden insgesamt mehr als 600 Hektar Weingärten bewirtschaftet. Damit ist Wien weltweit die einzige Hauptstadt mit substantiellem Weinbau. Darüber hinaus zählt der Weinbau zu den wichtigsten Kultur- und Tourismusgütern der Stadt. Die Gruppe WienWein ist eine Vereinigung der sechs führenden Weingüter der Stadt Wien (Christ, Cobenzl, Edlmoser, Fuhrgassl-Huber, Mayer am Pfarrplatz, Wieninger) und engagiert sich leidenschaftlich für hochqualitativen Weinbau und die anspruchsvolle Positionierung von Wiener Weinen auf der ganzen Welt. www.wienwein.at
 
Info: Wine&Partners, Susanne Skale
Eintrag: 03.04.17
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WienWein: Zehn Jahre – und noch viel vor!

 
DIE RENOMMIERTE WIENER WINZERGRUPPE FEIERTEN 2016 JUBILÄUM.
Zehn Jahre ist es her, seit die Winzergruppe WienWein den Wiener Wein und insbesondere den „Wiener Gemischen Satz DAC“ zur Weltgeltung gebracht hat. Zum Jubiläum nehmen sich die sechs Mitglieder das nächste große Projekt vor: eine verbindliche Klassifizierung der Wiener Lagen. Die WienWein Winzer v.l.n.r. Michael Edlmoser, Rainer Christ, Fritz Wieninger, Gerhard J. Lobner, Thomas Podsednik und Thomas Huber. Mitte des vergangenen Jahrzehnts beschlossen eine Handvoll Wiener Qualitätswinzer den Wein ihrer Heimatstadt aus dem Dornröschenschlaf zu holen. 2006 gründeten sie die Gruppe WienWein, die schnell zu einer hochaktiven Gemeinschaft wurde. In den folgenden Jahren gelang es der Vereinigung dem Wiener Wein zu jenem Stellenwert zu verhelfen, der dem Potenzial und der Qualität der Region entspricht. Wiener Wein landete auf den Weinkarten der Top-Restaurants in Deutschland, in England, in den USA, in Japan – und nicht zuletzt sogar in Wien selbst. 
 
Heute steht Wien in einer Reihe mit den bedeutendsten Weinregionen der Welt. Diese Entwicklung ist größtenteils der Gruppe WienWein zu verdanken, die aus folgenden Mitgliedern besteht: Rainer Christ (Weingut Christ), Michael Edlmoser (Weingut Edlmoser), Thomas Huber (Weingut Fuhrgassl-Huber), Gerhard J. Lobner (Mayer am Pfarrplatz), Thomas Podsednik (Weingut Cobenzl) und Fritz Wieninger (Weingut Wieninger).
 
Seit ihrer Gründung hat die WienWein-Gruppe die Entwicklung des Weinbaus in Wien vorangetrieben, aktuelle Themen erkannt und aktiv umgesetzt. „Das soll auch in den kommenden Jahren so bleiben“, betont Winzer Fritz Wieninger. „Die große Aufgabe besteht darin, aus dem Erfolg der letzten zehn Jahre eine nachhaltige Entwicklung zu machen. WienWein will jetzt die Weichen für die Zukunft stellen, damit es auch in der nächsten Generation mit dem Wiener Wein immer weiter nach oben geht.“
 
Die Erfolge und Meilensteine der letzten 10 Jahre:
Der Wiener Gemischte Satz DAC. Der Aufstieg dieser zutiefst wienerischen Spezialität ist eine der bemerkenswertesten Erfolgsgeschichten im Weinbau überhaupt. In nur zehn Jahren wurde der Wiener Gemischte Satz von einer belächelten Kuriosität zu einem international gefragten Weintyp. Die Anbaufläche stieg von 46 Hektar im Jahr 2006 auf knapp 160 Hektar im Jahr 2016. In Wien selber ist er mittlerweile die Rebsorte Nummer 1, die Nachfrage steigt stetig. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es sich bei diesem Wein um eine regional verankerte Spezialität handelt - eben unverwechselbar wienerisch. Die kompromisslose Qualitätspolitik der Winzergruppe ließ komplexe, diffizile Weine entstehen. Dazu Gerhard J. Lobner vom Weingut Mayer am Pfarrplatz: „Wir zeigen, dass der Wiener Gemischte Satz ein richtig großer Wein sein kann, mit einem Reifepotenzial, das ihm vorher niemand zugetraut hätte. Hier liegt auch die Zukunft, wir wollen noch stärker ins Qualitätssegment gehen und künftig noch mehr auf Wiener Gemischte Sätze aus besonderen Lagen setzen.“
 
Denkmalschutz für Wiener Weinberge.
Dort wo der Wiener Wein wächst, würde so mancher gern wohnen – am Nussberg mit Blick ins Donautal, an den Hängen über Neustift oder am Bisamberg. Mit der Kaufkraft von internationalen Immobilienspekulanten könnten die Wiener Weinbauern niemals konkurrieren. Zwangsläufig würde wertvolles Rebland verbaut werden, wenn es nicht streng geschützt wäre. WienWein hat den strengsten aller Schutzwälle durchgesetzt. Heute herrscht in den Wiener Weinbergen nicht nur Bauverbot, sondern auch Bewirtschaftungspflicht: Wer Rebflächen besitzt, muss sie pflegen, wieder neu auspflanzen, oder an jemanden verpachten, der sie bewirtschaftet. Michael Edlmoser (Weingut Edlmoser): „Das Gesetz wirkt. Wir beobachten, dass die Immobilien-Preise stagnieren, das ist ein Zeichen dafür, dass der Spekulations-Faktor erfolgreich eliminiert wurde.“
 
Blick in die Zukunft: Fokus auf Herkunft.
Es ist ein umstrittenes Thema: WienWein hat sich dem Ziel verschrieben, eine klar verankerte Klassifikation der Wiener Lagen zu erreichen. „Wir halten das für einen wichtigen Schritt zum Ausbau der internationalen Konkurrenzfähigkeit“, betont Fritz Wieninger vom Weingut Wieninger. Wien bringt für eine Klassifikation die besten Voraussetzungen mit, weil schon heute die Grundstücke genau vermessen und kartografiert sind sowie eine Grundstücksnummer tragen.
 
Aktuell gibt es 165 Rieden in Wien.
Neben Boden und Klima ist dabei auch der Wein das entscheidende Kriterium für die Klassifizierung. „Nicht nur der Boden macht eine Lage groß, sondern auch der Wein, dessen Trauben von dort stammen“, erklärt Fritz Wieninger. „Deshalb muss sich jeder Wein sein Prädikat erst verdienen. Eine Parzelle, die perfektes Terroir aufzuweisen scheint, muss uns das erst einmal beweisen.“ Konkret soll die Qualität dieser Weine fünf Jahre lang beobachtet werden. Rainer Christ (Weingut Christ): „Nur wenn der Wein diese Prüfung besteht, wird dieser Weinberg klassifiziert.“
 
Die Klassifizierung der Gruppe WienWein besitzt keinen gesetzlichen Status, sondern basiert ausschließlich auf den Statuten des Vereins und wird von den Mitgliedern freiwillig getragen. „Wir betrachten das als Vorarbeit für eine spätere gesetzliche Regelung, wie wir sie anstreben“, erklärt Wieninger und Thomas Podsednik (Weingut Cobenzl) ergänzt: „Es wird noch dauern, bis auf unseren Etiketten endlich die klassifizierte Lage vermerkt ist. Genau daran, dass wir nur langsam vorankommen, erkennt man, dass es uns nicht um einen Marketing-Gag geht. Genau das wollen wir nicht. Wir arbeiten an einer seriösen und wissenschaftlich stichhaltigen Klassifizierung der Wiener Lagen“.
Schon demnächst wird WienWein mit einer Reihe von Aktivitäten wieder für Aufmerksamkeit sorgen:
 
13. und 14. Mai: „Gemischter Satz Festival“ im Wiener Konzerthaus.
Wein und Musik sind Geschwister, die gerade in Wien perfekt harmonieren. Bereits zum zweiten Mal findet im Wiener Konzerthaus ein hochkarätiges Festival unter dem Motto „Gemischter Satz“ statt. WeinWein unterstützt den Event mit seinen Wein-Spezialitäten. Infos: www.konzerthaus.at/gemischter-satz
 
4 bis 6. Juni: VieVinum – Nussbergfest.
Im Juni findet die internationale Weinmesse VieVinum in der Wiener Hofburg statt. WienWein setzt sich die Aufgabe, dem Fachpublikum aus aller Welt den schönsten Platz Wiens zu zeigen und lädt am Sonntag, dem 5. Juni exklusiv zum legendären Nussbergfest.
 
Herbst: Lese in Schloss Schönbrunn.
Der Wein aus dem Garten des Schlosses Schönbrunn hat mittlerweile Tradition. Die alte Lage „Liesenpfennig“ wurde durch WienWein neu ausgepflanzt und im Herbst
2012 erstmals geerntet. Seither entsteht dort jedes Jahr eine winzige Menge an einem Wiener Gemischten Satz. Aufgrund der großen interantionalen Nachfrage kommt dieser spezielle Gemischte Satz nicht in den Verkauf, sondern wird zu Gunsten des einzigen SOS Kinderdorfes in Wien ausschließlich online versteigert.
 
Gute Aussichten: Der Wiener Jahrgang 2015
Mittlerweile hat es sich ja herumgesprochen: 2015 ist ein Traum-Jahrgang. „Das gilt ohne Einschränkungen auch für Wien“, freut sich Thomas Huber (Weingut Fuhrgassl-Huber). „Letztes Jahr hat einfach alles gestimmt, die richtige Regenmengen, die Sonne für die Reife und die kühlen Nächte für die Säure“. Für die Spezialität Wiener Gemischter Satz sind komplexe Weine mit entsprechender Säure zu erwarten, die mit tiefen Fruchtaromen und innerer Dichte überzeugen, und zwar sowohl im leichteren als auch kräftigeren Bereich. Dies gilt ebenso für die Grünen Veltliner, Weißburgunder und Rieslinge. 2015 ist auch etwas gelungen, was wirklich selten ist, wie Rainer Christ hervorhebt: „Ein optimaler Jahrgang für unsere Weißweine und Rotweine.“
 
Quelle: wine&partners
Eintrag: 12.04.16
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